Was ist in letzter Zeit so passiert?

Das Zwischenseminar

Im Februar hatte ich das Zwischenseminar, welches wirklich cool gewesen ist. Dort haben wir viel über unser letztes Jahr in Indien reflektiert sowie über unsere derzeitige Situation, Zufriedenheit, Gefühlslage, Motivation und vieles mehr gesprochen. Vielen von uns erging es so, mit mir eingeschlossen, dass die Motivation bei der Arbeit irgendwie abhandengekommen war. Oft wusste ich nicht was ich mit meiner Zeit, in der ich bei Maher bin und nichts zu tun haben, anfangen soll. Wie ich euch ja schon mal erzählt habe, machen die Kinder bei Maher von 2 bis 4 Uhr Mittagsschlaf. Am Anfang habe ich diese Zeit auch zum Mittagsschlaf genutzt, da alles noch so neu und anstrengend gewesen ist. Auf dem Seminar habe ich viele neue Ideen bekommen, wie ich diese Zeit für mich und die Kinder sinnvoller nutzen kann. Zudem habe ich auf dem Seminar herausgefunden, wie sehr ich mich in der vergangenen Zeit in bestimmten Punkten persönlich weiterentwickelt habe Das Seminar hat mir persönlich also sehr gut getan, da ich einfach mal aus der Stadt und meinem Alltag heraus gekommen bin.

 


hallo Krankenhaus

Anfang März habe ich mich sehr wahrscheinlich an unserem Trinkwasser, das wir immer in großen Abgepackten Wasserbehältern kaufen, vergiftet. Bis jetzt hatten wir mit dem Wasser nie Probleme. An einem ganz normalen Arbeitstag bei Maher wurde mir auf einmal schlagartig übel und schwindelig. Ehrlich gesagt, habe ich mir nichts dabei gedacht, da ich das Problem hier ab und an mal habe. Was mir an diesem Tag aber auch aufgefallen ist, das mein Trinkwasser, welches ich in meine Flasche abgefühlt hatte, etwas seltsam gerochen hatte. Dabei gedacht hatte ich mir aber irgendwie nichts. Im Laufe des Tages hatte ich das dann auch schon wieder vergessen und noch einige Liter von diesem Wasser zu mir genommen. Am nächsten Tag bin ich dann auch nicht auf die Arbeit gegangen, da ich mich immer noch nicht gesund fühlte. Gegen Abend ging es mir dann immer schlechter. Die Nacht war eine Qual für mich und gegen frühen Morgen habe ich mich dann dazu entschieden ins Krankenhaus zu fahren, da ich nicht mal mehr sitzen konnte, ohne das mir schwarz vor Augen geworden ist. Die Ärzte im Krankenhaus wollten mich direkt da behalten. Im Krankenhaus lag ich dann für knapp eine Woche. Was wirklich erwähnenswert ist, ist dass ich dort so viele liebe nette Menschen kennengelernt habe. In Indien ist es normalerweise üblich, dass immer ein Angehöriger bei der Krankenperson dabei ist, bedeutet: nicht mehr von seiner Seite weicht, also auch über Nacht bleibt. Meine Freunde haben mich natürlich auch sehr oft besucht, aber ich wollte es ihnen wirklich nicht antuen, dass sie auch über Nacht bleiben müssen, da es keine Schlafmöglichkeiten gab und es für mich auch einfach nicht nötig war. Die Leute waren von meinem „Schicksal“ sehr angetan und konnten nicht verstehen, warum niemand bei mir geblieben ist. Deshalb haben sich dann einige dafür verantwortlich gefühlt, sich um mich zu kümmern. Alle waren so lieb zu mir. Eine Frau hat mich nachts zum Beispiel immer zu gedeckt oder mir Sachen gebracht. Eine andere hat mir morgens immer die Haare gekämmt und mir einen „indischen“ geflochtenen Zopf gemacht. Es war wirklich rührend wie sehr sich alle um mich gekümmert haben!

 

Meine Familie und "Mein Indien"

Ende März war es dann endlich soweit, juhuuu meine Familie kommt mich besuchen! Ich konnte es die ganzen Tage kaum noch abwarten ihnen mein Leben hier zu zeigen. Am 25. März machte ich mich dann also auf den Weg nach Mumbai um dort meine Familie zu begrüßen und um dann mit ihnen weiter nach Goa zu fliegen. Goa war für mich sehr entspannend und mal eine schöne Abwechslung zu all dem Großstadttrubel in Pune. Unser Hotel war in Candolim, im Norden Goa’s. Wir haben den Saturday Night Market, den Flohmarkt in Anjuna, Strände im Norden- sowie im Süden Goa’s, besucht. Die Strände im Süden Goa’s sind um einiges schöner als die im Norden, meiner Meinung nach. Dort sind einfacher viel weniger Menschen und auch der Strandsand ist dort viel feiner.

Nach 6 Tagen war unsere Zeit in Goa vorbei, aber es standen meiner Familie noch 5 weitere Tage in Pune bevor. Nun konnte ich ihnen endlich zeigen wo und wie ich hier lebe. Wir besuchten Parvati Hill, welches ein wunderschöner Tempel auf einem Berg ist und den Agha Khan Palace. Ich brachte meine Eltern in meine Lieblings Restaurants, stellte ihnen meine Freunde vor und ging mit ihnen in unserer „Stammbar/-disco“ feiern. Es war wirklich wunderschön sie hier bei mir zu haben.

Meiner Familie hat es hier in Indien sehr gut gefallen. Das Rikshafahren sowie das Essen hier, hatte es ihnen angetan. Wovon sie jedoch sehr geschockt waren, war der Verkehr. Ihrer Meinung nach sei das Ganze ein riesen „Chaos“ hier.  Wenn ich mir überlege wie ich mich hier am Anfang gefühlt habe, dann kann ich ihr Erschrecken verstehen. Wenn man in Indien aber eine längere Zeit verbringt, dann merkt man irgendwann, dass hinter all dem „Chaos“ auch eine Logik steckt und alles seinen Sinn ergibt, auch wenn es anfangs nicht so scheint.

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Wie läuft es bei Maher?

Nach dem Zwischenseminar habe ich mich viel damit beschäftigt wie ich die Studytime mit Ayush und Indrajeet besser und sinnvoller gestalten kann. Ich habe nun angefangen mit denen beiden Plakate zu gestalten, auf die wir Gegenstände, verschiedener Kategorien, auf das Plakat malen und deren Namen wir dann einmal in Marathi und einmal in Englisch drunter schreiben. Ich habe mir dabei gedacht, dass so die Kinder die nicht so gut Englisch sprechen können und auf eine Marathischule gehen, davon profitieren. Den Kindern hat es auf jeden Fall einen riesen Spaß gemacht, sodass ich dann auch noch ein paar Plakate mit allen Kindern gestaltet habe. Sonst hat sich hier in meinem Arbeitsalltag kaum etwas geändert. Ich mache immer noch morgens und abends Study- Time mit den Kindern und spiele zwischendrin mit ihnen. Was mich total erfreut ist, ich habe den Kindern ein deutsches Händekltaschspiel beigebracht und mittlerweile brauche ich gar nicht mehr mitsingen, weil sie den deutschen Text auswendig gelernt haben. Es ist einfach zu süß ihnen dabei zu zuhören!

Seit gestern sind nun alle Kinder bei ihren Familien oder in andere Maherhäuser aufgeteilt, da sie jetzt ungefähr 1 ½ Monate lang Ferien haben. Für mich ist hier daher nicht so viel zu tun.


Urlaubsbilder :)

Sooo.. nächste Woche Freitag reise ich dann mit 3 Freundinnen in den Norden Indiens. Darauf freue ich mich riesig! Natürlich werde ich euch dann davon berichten.

 

Macht's gut ihr Lieben!

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