Die Nordenreise


Hallo ihr Lieben, da bin ich wieder. Von Ende April bis Anfang Mai, bin ich mit meinen Freundinnen in Teilen Nordindiens herum gereist. Von Pune aus sind wir mit dem Flugzeug zu unserem ersten Reiseziel Varanasi gestartet. Von dort aus ging’s dann weiter mit dem Zug nach Khajuraho, Agra, Amritsar, Rishikesh und zu guter Letzt nach Delhi. Danach ging es dann leider schon wieder zurück nach Pune.


Varanasi

Varanasi ist direkt am Ganges gelegen und ist eine der sieben heiligen Städte des Hinduismus. Viele Menschen aus ganz Indien kommen hier her, um sich am Ganges von ihren Süden reinzuwaschen oder zum Sterben. Die Stadt ist ein besonderer Ort zum Sterben, da man hier aus dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt befreit wird. Es gibt verschiedene Ghats (Plätze am Wasser), wo all die Menschen verbrannt werden, die sich Varanasi als Sterbeort ausgesucht haben.

 

Für mich hat Varanasi etwas Magisches an sich. Überall sind verwinkelte Gassen in denen Malereien an den Wänden zu finden sind oder Kühe, die dir in den engen Gassen den Weg versperren. Es ist einfach eine sehr lebhafte und bunte Stadt und war für mich genauso, wie ich mir Indien vor meinen Freiwilligendienst vorgestellt hatte. Was für mich etwas gewöhnungsbedürftig gewesen ist, wie öffentlich die Verbrennungen der Menschen hier stattgefunden haben. Jede gut gefühlte 10 Minuten wurde ein toter Mensch an mir vorbeigetragen, der mit einem Tuch und ganz vielen Blumen bedeckt gewesen war. Die Menschen die den Toten runter zum Ganges getragen haben, sangen dabei ein bestimmtes Lied. Auch der Geruch war nicht ganz so angenehm für mich und bei der Verbrennung der Menschen so nah dabei zu sein, machte mir schon irgendwie auch ein leicht mulmiges Gefühl im Bauch. Mir wurde auch erzählt, dass Babys und schwangere Frauen nicht verbrannt werden, da sie noch eine reine Seele haben würden. Im Gegensatz zu den anderen Menschen, bei denen nur die übrig gebliebenen Knochen in den Ganges geworden werden, werden diese dann mit komplettem Körper in den Ganges gelegt.

 

In Varanasi haben wir 3 Tage verbracht, welche man auf jeden Fall auch brauch um ein bisschen von Varanasi zu sehen, da es sehr vielseitig ist. Wir haben 2 Bootstouren gemacht, waren ein paar Tempel besichtigen und haben einige Stoffläden besucht.


Khajuraho

Khajuraho ist bekannt für seine „Kama Sutra“ Tempel, welche auch zu den schönsten Tempeln der Welt zählen. Meine Mädels und ich haben 2 Tage in Khajuraho verbracht und die ganzen zwei Tage damit verbracht, die verschieden Tempelkomplexe anzuschauen, die in verschiedenen Teilen Khajuraho‘s liegen.



Agra

Die Stadt Agra ist bekannt für das Taj Mahal, welches natürlich ein Muss auf unserer Nordenreise gewesen ist. Die Stadt an sich hat mir persönlich jetzt nicht so gut gefallen. Außerdem haben wir noch einen Garten gegenüber des Taj Mahals und das mini- Taj Mahal besucht. Ein wirklich toller Ausflug war der Besuch der alten Stadt Fatehpur Sikri, welche etwa eine Stunde von Agra entfernt liegt. In dieser Stadt lebten Muslime, Hindus, Christen und ich glaube auch noch ein paar weitere Religionen friedlich miteinander. Das müsste man sich mal in Deutschland vorstellen…


Amritsar

Amritsar ist eine Stadt im Punjab, in der sehr viele Sikh leben. Sie beheimatet den heiligen und bekannten Sikh Schrein, den Goldenen Tempel.

 

Für mich war Amritsar eine wunderschöne Stadt und vor allem die Atmosphäre des Gurudwara- Komplexes sowie der Goldene Tempel selbst, haben es mir sehr angetan. Meine Freundinnen und ich haben drei Tage in Amritsar verbracht und sind jeden Tag den Goldenen Tempel besuchen gegangen, da man dort einfach wunderbar seine Zeit verbringen kann. Die Atmosphäre dort ist einfach so friedlich und entspannend, ein wirklich sehr verzaubernder Ort. Der ganze Komplex wird nur aus Spenden und freiwilligen Helfern finanziert. Jeden Tag gibt es dort durchgängig Essen für Jeden, der den goldenen Tempel besucht und etwas essen möchte. Ich finde es wirklich ein bewundernswertes Konzept und toll, dass sich so viele Menschen dazu bereiterklären, dort freiwillig zu Helfen. Auch wir haben uns das Essen dort natürlich nicht entgehen lassen. Es war mega lecker und zudem auch super sauber. Nach dem Essen haben wir dann beim Abspülen mitgeholfen, dies war für mich auch sehr faszinierend, da einfach mega viele Menschen, Massen an Geschirr gespült haben. Es gab sieben lange Wasserbecken, bedeutet jedes Geschirrstück wurde 7 Mal Gewaschen, da es von Wasserbecken zu Wasserbecken weitergereicht wurde.

 

Außer des Goldenen Tempels, haben wir noch das Sikh Museum, den Sri- Durgiana- Tempel, das Maharaja Ranjit Sigh Panorama und den Mata- Tempel, besucht. Des Weiteren haben wir noch ein Ausflug zu indisch- pakistanischen Grenze gemacht, bei der es jeden Tag eine Parade oder besser gesagt ein Show- Spektakel, in dem die pakistanischen- und indischen Soldaten zeigen, wie stark sie doch sind… Bevor die Show startete, wurde laut indische Partymusik gespielt. Es war wirklich eine mega Stimmung und alle waren auf dem Platz am Tanzen. Anna- Lena und ich ließen uns das natürlich nicht entgehen und tanzten fröhlich mit den anderen mit. Das hat wirklich Spaß gemacht, trotz 46 Grad und purer Sonne. Als dann aber die Show losging war ich wirklich enttäuscht oder eher gesagt entsetzt. Ein Paar Soldaten rannten hin und her, schrien irgendwelche Befehlstöne ins Mikrofon und schwingen ihre Beine hoch in die Luft. Offiziell dient diese Zeremonie nur dem Einholen der Flagge und der formellen Grenzschließung am Abend. Ich persönlich fand das ganze Szenario ehrlich gesagt etwas lächerlich, aber naja jeder so wie er‘s mag!


Rishikesh

Rishikesh war im Gegensatz zu all den anderen Städten ein sehr ruhiger und idyllischer Ort. Keine Großstadt, sondern eher mit einem etwas größeren Dorf in den Bergen vergleichbar. Auch das Klima war dort um einiges angenehmer. Wir hatten ein wunderschönes Hotel auf einem Berg, mit Ausblick auf den Ganges. In Rishikesh verbrachten wir drei Tage und haben dort Sightseeing mäßig nicht allzu viel gemacht, eher mehr die tolle Natur dort genossen. Dazu muss ich noch sagen, dass es in Rishikesh wunderschöne Klamotten und auch Schmuck zu kaufen gibt oder es meiner Meinung nach, im Norden generell viel viel schönere Sachen und vor allem Stoffe zu kaufen gibt. Aus diesem Grund musste ich mir dann noch ein extra Gepäckstück kaufen, da mein Rucksack komplett vollgestopft war J.


Delhi

Zu guter Letzt ging’s dann nach Delhi, wovon wir allerdings nicht wirklich etwas sehen konnten, da wir morgens unseren Zug von Rishikesh nach Delhi verpasst hatten, wir dann einen Bus nehmen musste und erst gegen frühen Abend in Delhi ankamen. Dort haben wir uns dann abends mit einem Freund getroffen, der zurzeit ein Freiwilligendienst in Delhi absolviert. Am nächsten Morgen ging‘s dann wieder zurück nach Pune.

 

Bis zum Nächsten Mal J


Kommentar schreiben

Kommentare: 0